Themenaufenthalt (3 Tage / 2 Nächte — maximal vier Personen)

Zu bestimmten Terminen empfängt Meillon bis zu vier Menschen, die sich nicht unbedingt kennen, aber eine gemeinsame Frage teilen.

Die Themen sind von den Büchern von Jean-Pierre Hermans inspiriert.

Zum Beispiel:

Wer bestimmt wirklich über mein Leben?

Und jetzt?

Mein Leben funktioniert, aber ist es noch ein Leben, das zu mir passt?

Wozu entwickle ich mich gerade?

Die Bücher werden nicht wie in einem Kurs behandelt.

Sie dienen lediglich dazu, wenn es hilfreich ist, eine Frage zu öffnen oder einen Austausch zu bereichern.

Jede teilnehmende Person hat ihr eigenes Zimmer.

Gemeinsame Zeiten wechseln sich bewusst mit Zeiten der Zurückgezogenheit ab.

Tag 1 — Einander begegnen

Empfang und Einzug in die jeweiligen Zimmer.

Erkundung des Anwesens.

Eine erste gemeinsame Zeit gibt den vier Teilnehmenden Gelegenheit, einander kennenzulernen und in das Thema des Aufenthalts einzusteigen.

Jede und jeder kann sagen, warum diese Frage im eigenen Leben gerade heute Resonanz findet.

Niemand muss mehr von sich erzählen, als er oder sie möchte.

Nach diesem ersten Austausch zieht sich jede und jeder wieder in den eigenen Raum zurück.

Ein Spaziergang, etwas Lesezeit oder einfach ein paar Stunden allein helfen dabei, die ersten Worte nachwirken zu lassen.

Am Ende des Tages kann eine gemeinsame Mahlzeit die Gruppe zusammenbringen.

Tag 2 — Perspektiven austauschen

Der zweite Tag bildet den Mittelpunkt des Aufenthalts.

Ein gemeinsamer Austausch gibt Raum, die gewählte Frage zu vertiefen.

Jean-Pierre begleitet das Gespräch, stellt Fragen und eröffnet manchmal einen anderen Blickwinkel.

Die Worte des einen können dem anderen etwas erhellen.

Eine andere Erfahrung kann eine Gewissheit ins Wanken bringen.

Doch es geht weder darum, jemanden zu überzeugen, noch darum, zu einer gemeinsamen Antwort zu gelangen.

Nach diesem Austausch geht die Gruppe bewusst wieder auseinander.

Jede und jeder findet zurück in den Park, auf die Wege, ins eigene Zimmer, zu einem Buch oder einfach in die Stille.

Auch persönliche Gespräche mit Jean-Pierre können ihren Platz finden.

Später kann die Gruppe bei einem Spaziergang, einem Kaffee oder einer Mahlzeit wieder zusammenkommen.

Der Ablauf bleibt bewusst flexibel.

Tag 3 — Zu sich selbst zurückfinden

Nachdem jede und jeder den anderen zugehört hat, kehrt man zur eigenen Frage zurück.

Ein letzter gemeinsamer Austausch bietet die Möglichkeit, zu teilen, was sich während des Aufenthalts vielleicht verändert hat.

Was habe ich gehört?

Was hat mich überrascht?

Was sehe ich jetzt anders?

Was möchte ich hierlassen?

Und was möchte ich mitnehmen?

Jede und jeder reist mit der eigenen Erfahrung wieder ab.

Es gibt kein gemeinsames Fazit, das übernommen werden müsste.

Vier Menschen können mit derselben Frage ankommen und mit vier unterschiedlichen Antworten wieder abreisen.

Und genau darin liegt der Sinn dieser Begegnungen.


Ein Rahmen, kein Stundenplan

Ob allein oder gemeinsam erlebt: Ein Aufenthalt in Meillon ist nicht Stunde für Stunde durchgeplant.

Die Zeiten des Austauschs dienen als Orientierungspunkte.

Rundherum bleiben die Stille, die Natur, die Bücher, die Mahlzeiten, die Spaziergänge und vor allem freie Zeit.

Denn hier geschieht nicht alles, was wichtig ist, unbedingt in dem Moment, den man dafür vorgesehen hatte.

Manchmal muss man einfach genügend Raum lassen, damit etwas entstehen kann.


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